31. August 2022

Planetary Health – Hitzewellen

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Nachts werden die Fenster aufgerissen, über Stunden wendet man sich von einer Seite auf die andere: Es ist einfach zu heiß zum Schlafen. Für uns, für unsere Kinder und vor allem auch für ältere Personen. Den nächsten Tag beginnen wir oftmals gerädert und müde. Tagsüber wird es nicht besser: Die hohen Temperaturen rauben uns die Konzentration und für viele bedeuten dann die Mittagsstunden eine große körperliche Belastung.

Durch die Medien geistern Wörter wie Tropennächte und Hitzetage. Aber was sind das eigentlich Tropennächte und Hitzetage? In der Meteorologie spricht man dann von einer Tropennacht, wenn es zwischen 18:00 und 6:00 Uhr nicht kälter als 20° C wird. Ein Hitzetag ist per Definition ein Tag, an dem über 30° C gemessen werden.

In den letzten Wochen wurden in Europa an vielen Stellen Hitze-Rekorde gemessen. Temperaturen von bis zu über 40° C über mehrere Tage verzeichneten zum Beispiel Länder wie Spanien und Portugal, in denen im Juli eine der schlimmsten Hitzewellen seit über 70 Jahren herrschte. Begünstigt durch die extrem hohen Temperaturen kam es vielerorts zu großen Waldbränden – auch bei uns in Deutschland. In vielen Entwicklungsländern führen große Hitze und Trockenheit zu Ernteausfällen.

Des Weiteren hat die Hitze massive Auswirkungen auf unseren Körper. Dabei wirkt sie sich auf viele Organe negativ aus: Gehirn, Lunge, Herz und Niere werden sehr viel stärker beansprucht als unter ‚normalen‘ Temperaturen. So sind während Hitzewellen Krankenhauseinweisungen häufiger und es gibt Übersterblichkeit durch Hitzestress oder Hitzschlag. Dabei trifft es besonders stark Risikogruppen wie Kranke, Ältere, Kleinkinder und Schwangere. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden im Süden Deutschlands bis zu 30 Hitzeperioden pro Jahr prognostiziert. Bis 2030 werden in Europa 30.000 zusätzliche, hitzebedingte Todesfälle erwartet.

Unter der ansteigenden Hitze leiden auch viele Entwicklungsländer. Obwohl in diesen Regionen der menschliche Körper häufig an höhere Temperaturen angepasst ist, werden auch hier mehr Todesopfer während großen Hitzewellen verzeichnet. Zudem steigt das Risiko für zwischenmenschliche und kollektive Gewalt.

Es ist davon auszugehen, dass sich derartige Situation in der Zukunft vermehren. Bereits in den letzten Jahren hat man eine deutliche Zunahme sowohl an Hitzetagen als auch an Tropennächten weltweit festgestellt.

Um den gravierenden Folgen entgegenzuwirken ist es notwendig, sich entsprechend auf extreme Hitze vorzubereiten. Insbesondere im medizinischen Bereich gibt es hier durchaus Potenziale: große Defizite sehen Experten zum Beispiel in der Ausstattung der Krankenhäuser und dem Mangel an Fachpersonal zur Versorgung bei erhöhten Patientenaufkommen. Darüber hinaus ist es notwendig, das klinische Personal auch über eventuelle Anpassungen bei Medikamentengabe aufzuklären.

Diese neuen Herausforderungen betreffen sowohl unsere Kliniken in Deutschland als auch unsere Partner in den Projektländern. Gemeinsam werden wir versuchen, auch diese Aufgabe zu meistern,

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