St. Walburg’s Hospital

In Tansania herrscht eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Wir kämpfen für eine gute Mutter-Kind-Gesundheit!

St. Walburg’s Hospital

90.000 Patient:innen finden im St. Walburg`s Hospital jedes Jahr Hilfe.

St. Walburg’s Hospital

Für 100.000 Patient:innen in Tansania steht nur 1 Arzt oder Ärztin zur Verfügung.

St. Walburg’s Hospital

150€ kostet die Behandlung eines medizinischen Notfalls im St. Walburg`s Hospital.

Über das Projekt

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Das St. Walburg`s Hospital in Nyangao ist für seine rund 90.000 Patient:innen im Jahr die einzige Möglichkeit medizinische Hilfe zu bekommen. Doch das staatlich anerkannte Krankenhaus im Süden Tansanias kämpft mit vielen Herausforderungen. Die finanziellen Mittel reichen kaum. Das Personal ist häufig nicht ausreichend qualifiziert und die Energieversorgung ist sehr unzuverlässig.

Trotzdem werden dort dank des unermüdlichen Einsatzes der rund 200 Mitarbeiter:innen, ambulant und stationär, Tag ein Tag aus viele Patient:innen behandelt. Besonders intensiv kümmert sich das Krankenhaus um Schwangere und Kleinkinder, denn noch immer sterben viel zu viele Mütter und Kinder an vermeidbaren Krankheiten.

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Die Geschichte

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Vor fast 80 Jahren wurde der Grundstein für das St. Walburg`s Hospital mit einer kleinen Krankenstation gelegt. Die Missionsbenediktinerinnen von Tutzing haben von dort aus der Bevölkerung von Nyangao mit einfachen Mitteln bei gesundheitlichen Beschwerden geholfen. Als Schwester Dr. Thekla Stinnesbeck am 15. August 1958 die kleine Krankenstation in Nyangao übernahm, war noch nicht absehbar, dass sich daraus bis heute ein Krankenhaus mit 220 Betten entwickeln würde. Zu verdanken ist dies der unglaublichen Tat- und Willenskraft von zwei Missionsbenediktinerinnen: Sr. Thekla und Sr. Raphaela. Sr. Thekla baute die Dispensary in nur 4 Jahren in ein Krankenhaus mit 75 Betten um. Sr. Raphaela, die von 1981-1994 das Krankenhaus leitete, gelang es, das St. Walburg’s Hospital völlig neu auszurichten und auf die heutige Bettenanzahl zu erweitern. Die Artemed Stiftung hat das Projekt im Jahr 2018 übernommen und wir möchten mit unserem Einsatz gute und zukunftsfähige Medizin in den tansanischen Busch bringen.

Unsere Arbeit

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Herausforderungen eines Buschkrankenhauses

Die Gesundheitsversorgung in großen und bedeutenden Städten wie Daresalaam ist vergleichsweise gut, doch je weiter man aufs Land kommt, umso mehr nimmt die Qualität ab. Bereits in den größeren regionalen Krankenhäusern ist ein deutliches Gefälle zu sehen und die Anzahl der Patient:innen je Arzt oder Ärztin steigt. In den District-Hospitälern, wie zum Beispiel dem St. Walburg`s Hospital, kommen dann auf ein Krankenhausbett ca. 1.000 Patient:innen und 1 Arzt oder Ärztin auf ca. 100.000 Einwohner:innen. Eine flächendeckend gute Versorgung scheitert schon an der schlechten Infrastruktur des Landes, an fehlenden Straßen und mangelhaften Kommunikationsmöglichkeiten von den entlegenen Regionen in die Städte. Problematisch ist auch die ungleiche Verteilung der finanziellen Mittel. Lediglich 15% der finanziellen Mittel, stehen für die Versorgung von 90% der Bevölkerung zur Verfügung. Ein zusätzliches Problem des tansanischen Gesundheitssystems, ist der Mangel an Personal in den Kliniken. Es gäbe genügend ausgebildete Fachkräfte, jedoch fehlen dem tansanischen Staat die Mittel diese anzustellen. Bereits seit 2015 gibt es einen Anstellungsstopp – ein Ende ist nicht in Sicht.

Auch das St. Walburg`s Hospital hat mit vielen Schwierigkeiten und Beschränkungen zu kämpfen. Es trägt im ländlichen Südosten des Landes eine zentrale Funktion der gesundheitlichen Versorgung und ist der einzige Zugang für ca. 1 Million Menschen. Die Artemed Stiftung unterstützt das Krankenhaus bei diesem wichtigen Auftrag bestmöglich.

Ein Krankenhaus für alle

Die Fachbereiche der Inneren Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Pädiatrie, Zahnheilkunde und Augenheilkunde sind im St. Walburg`s Hospital vertreten. Auch HIV und Tuberkulose sind sehr verbreitete Krankheiten in Tansania, die im St. Walburg`s Hospital betreut werden.

Zur Diagnostik dienen Röntgen- und Ultraschallgeräte sowie ein Labor. Die Apotheke vor Ort versorgt alle Patient:innen mit Medikamenten und auch eine physiotherapeutische Praxis steht für die Behandlung der körperlichen Leiden zur Verfügung.

Enger Austausch mit den M.A.T.E.s

Die Verfügbarkeit eines Krankenhauses impliziert nicht automatisch gute Medizin. Unser tansanisches Team möchte helfen, wo Hilfe benötigt wird, doch fehlt häufig das Wissen. Auch gute Arbeitsprozesse sind unumgänglich für nachhaltig gute Medizin. Und die technische Infrastruktur bedarf großer Verbesserung.

Darum kümmert sich unser deutsches M.A.T.E.-Team im Einsatz vor Ort, durch Webinare oder auch Konzile aus der Ferne. Medizinische, administrative, technische Unterstützung sowie der Ausbau einer ressourcenschonenden Arbeit wird so sichergestellt. Durch den regelmäßigen Austausch und ein monatliches Reporting sowohl im medizinischen Bereich als auch in finanzieller Hinsicht, können wir eine transparente Steuerung des Projektes garantieren.

Was wir tun

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All unsere Aktivitäten zielen darauf ab, den medizinischen Standard zu verbessern, um mehr für die Patient:innen tun zu können. Unsere Maßnahmen reichen dabei von der Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter:innen, über die Finanzierung von Stellen bis hin zu Anschaffungen und Investitionen in Infrastruktur und Technik.
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FORTBILDUNGEN UND TRAININGS

  • Einsätze unseres deutschen M.A.T.E.-Teams
  • Fortbildung tansanischer Mitarbeiter:innen
  • Vergabe von Stipendien

GEWINNUNG VON MITARBEITER:INNEN

  • Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfelds
  • Finanzierung von Arbeitsplätzen

INFRASTRUKTUR

  • Medizinische Geräte
  • Baumaßnahmen
  • IT und Kommunikation
  • Energie

Sams Geschichte

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Die bittere Armut der Menschen in Nyangao ist allgegenwärtig. Familien wissen häufig nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. So kam eines Tages der kleine Sam mit seinen Eltern ins St. Walburg`s Hospital. Er litt bereits seit zwei Tagen unter schweren Atemproblemen. Seine Sauerstoffsättigung lag bei unter 70%. Zum Vergleich: Bei einem gesunden Menschen, ganz gleich welchen Alters oder Geschlechts, liegt der Wert üblicherweise zwischen 95 und 100%. Sinkt er unter 80%, kann die Funktion von Organen wie Gehirn und Herz beeinträchtigt werden – auf Dauer drohen Herz- oder Atemstillstand.
Der Junge war in einem sehr schlechten Zustand, die Ärzte hatten ihn schon abgeschrieben und hielten es für das Beste, ihn zum Sterben auf die Station zu bringen. Wäre da nicht ein Team aus einer deutschen Ärztin und einer Anästhesiepflegerin gewesen, die darauf pochten, im OP noch einmal mit einem Laryngoskop – also einer Art kleinem Spiegel – nachzusehen. Das afrikanische Team willigte ein. Als der Kleine schlief und komplett aufhörte zu atmen, bemerkten sie, dass auch unter hohen Beatmungsdrücken kaum Luft in den Zweijährigen zu pressen war – die Atemwege mussten durch einen großen Gegenstand blockiert sein. Und tatsächlich: tief in der Luftröhre klemmte der abgenagte Unterkiefer einer Ratte. Komplett, noch mit drei spitzen Zähnen. Denn etwas Anderes konnten Sams Eltern ihm nicht zu essen geben.
Nach der Entfernung, zwei Luftröhrenschnitte unter mangelhaften Voraussetzungen, da Material und Technik fehlte, vielen Tagen und Stunden des Bangens, erneuter schlechter Sauerstoffsättigung, einer zweiten OP, einem Team, das Übermenschliches leistete, damit der kleine Junge eine Chance auf Überleben und Heilung hat, lief schon bald ein kleiner, lachender Junge durch das St. Walburg`s Hospital. Er wurde entlassen und hinterließ ein völlig erschöpftes, aber zutiefst erleichtertes und glückliches Krankenhausteam. Ohne dessen unermüdlichen Einsatz, Einfallsreichtum und Mut hätte das Kind nicht überlebt.

Eine Erzählung nach Elena Terwilliger, Medizinische Mithelferin & Intensivpflegerin

News aus Tansania

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