Am Freitag und Samstag, 3./4. Juli 2026, lud das Eine Welt Netzwerk Bayern wieder zu den “Bayerischen Eine Welt-Tagen” mit “Fair Handels Messe Bayern” nach Augsburg ein. Auch 2026 boten die „Bayerischen Eine Welt-Tage“ allen an Eine Welt-Themen Interessierten eine Plattform für Austausch sowie das Kennenlernen neuer Aktivitäten und Akteure. Begegnungen und Diskussionen sollen Ideen und Perspektiven für Aktivitäten vor Ort eröffnen. U.a. mit Gästen aus Einer Welt, Abgeordneten aus Deutschem Bundestag und Bayerischem Landtag. Frau Dr. Bärbel Kofler MdB (SPD) sowie Stephanie Schuhknecht und Dr. Simone Strohmayr MdL (ohne Foto) informierten sich über unsere Arbeit.


Im Rahmen des Programms „Entwicklung in Partnerschaft“ verlieh Staatsminister Eric Beißwenger MdL (CSU), Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales in der Bayerischen Staatskanzlei („Bayerischer Eine Welt-Minister“) auch dieses Mal wieder fünf Förderschecks an Eine Welt-Initiativen, die sich zusammen mit ihren Partnern in afrikanischen Ländern engagieren. Die Artemed Stiftung gGmbH erhielt einen Scheck über 48.481,- Euro für Ihr Projekt, das Schutz von Gesundheit, Klima und Natur in einer Region im benachteiligten Süden Tansanias verbindet.

Ziel des von der Bayerischen Staatskanzlei geförderten Artejiko Cooker Projekts ist die Herstellung und Verteilung von 750 energieeffizienten Kochern an Familien in Nyangao und den umliegenden Dörfern (Lindi Region, Tansania) bis Ende 2026. Nach erfolgreichem Abschluss des Projekts soll der Artejiko-Kocher eine dauerhaft genutzte Alternative zum Drei-Stein-Feuer für die Bevölkerung darstellen. Lokaler Partner ist das St. Walburg’s Hospital, mit dem die Artemed Stiftung seit vielen Jahren im Rahmen ihrer Gesundheits- und Entwicklungsaktivitäten eng zusammenarbeitet.

Die Projektidee entstand aus Berichten des Krankenhauses und des Teams des Community Health Teams aus den umliegenden Dörfern, die nahe legten, dass es eine hohe Inzidenz von Augen- und Lungenproblematiken in der Bevölkerung gab. Schnell wurde klar, dass die Ursache in der Kochweise der Einheimischen liegt. Viele Familien kochen weiterhin traditionell auf dem Drei-Stein-Feuer. In den beiden Regenzeiten zudem noch in der Hütte. Die dadurch entstehende Rauchbelastung führt zu Atemwegserkrankungen, insbesondere bei Frauen und Kindern. Zugleich verursacht der hohe Holzverbrauch hohe Kosten für die Bevölkerung und eine starke CO2-Belastung für die Umwelt. Daraufhin wurde durch den ehrenamtlich in der Stiftung engagierten Ingenieur Dr. Gernot Strube ein eigener Kocher (engl.: cookstove), namens „Artejiko“ (eine Verbindung aus „Artemed“ und dem Begriff „Kocher“ auf Swahili „jiko“) designt, der durch mehrere Feedback-Runden auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort ausgerichtet wurde. Zudem wurde der Artejiko-Kocher am 04.03.2024 vom Centre for research in energy and energy conservation (CREEC) offiziell zertifiziert. Bei dieser Zertifizierung wurde eine Thermoeffizienz von 31% nachgewiesen, wodurch man signifikante CO2-Einsparungen im Vergleich zu dem Drei-Stein-Prinzip erreichen würde.
Im Jahr 2024 wurde eine erste kleine Serie von Kochern entwickelt, produziert und an ausgewählte Familien verteilt. Die Kocher erweckten ein hohes Interesse und eine große Nachfrage in der Bevölkerung, wodurch 2025 ein Pilotprojekt zur Testung gestartet wurde. Aufgrund des soll nun eine Produktionsreihe mit 750 Stück realisiert werden. Jede Familie leistet einen Eigenbetrag. Dadurch wird sowohl die Eigenverantwortung gestärkt als auch die Wertschätzung für das Produkt gefördert. Das Projekt wird von der Artemed Stiftung koordiniert und vor Ort durch das St. Walburg’s Hospital in Nyangao umgesetzt. Das Krankenhaus übernimmt die Auswahl der Familien, Zusammenbau und Verteilung der Kocher sowie das begleitende Monitoring. Fotos, Berichte und Filmmaterial dokumentieren Wirkung und Fortschritt. Das Vorhaben trägt zu einer nachhaltigen Verbesserung von Gesundheit und Umwelt sowie zur Stärkung lokaler Strukturen bei. Es verbindet Gesundheitsförderung, Umweltschutz und partnerschaftliche Entwicklungszusammenarbeit auf praxisnahe Weise. (wir berichteten)

Foto Credit: „Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. / A. Zöpf“ und „Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. / Berit Schurse“.
Ein herzliches Dankeschön an die Bayerische Staatskanzlei für die großartige Förderung!

