16. Juni 2021

Monatsbericht Street Doctors Dezember 2021

Unterstrich_grau

Tausende Kinder kämpfen auf den Straßen von Boliviens Hauptstadt La Paz täglich ums Überleben. Hunger und Missbrauch sind sie oft schutzlos ausgeliefert – wenn Krankheiten dazukommen, haben sie ohne Bezugsperson und ärztliche Versorgung keine Chance.
Doch seit es die Street Doctors gibt, ist das anders: In unseren 3 fahrenden Kinderpraxen kümmern sich je ein Arzt und ein Zahnarzt sowie eine Pflegekraft kostenlos um das physische und psychische Wohl der hilflosen Kinder. Sie sind für sie da, hören zu, nehmen in den Arm und helfen, wo es geht.
Für uns kaum vorstellbar: In den Haftanstalten Boliviens leben ebenfalls viele Kinder unter lebensunwürdigen Bedingungen – auch um ihre Gesundheit kümmern sich die Ambulanzen der Street Doctors.
Darüber hinaus werden die Schulen in den Brennpunkten angefahren und die Kinder dort laufend medizinisch betreut. Auch hier sind nicht behandelte Krankheiten und Mangelernährung an der Tagesordnung und die Kinder sind sehr dankbar für diese Hilfe.

Aktuelle Geschehnisse

COVID-19 Situation

Covid19_Bolivien

Dank der guten Organisation der Wahlen und der konfliktarmen Transition der Macht kam es nicht wie teilweise befürchtet zu einem Anstieg der Infektionszahlen. Vielmehr hielt der positive Trend an, der Anteil der Gesundeten an den Infizierten stieg im November auf über 80 %. Obwohl die lange Zeit sehr strengen Quarantänemaßnahmen im November weiter gelockert wurden, hält das Gesundheitsministerium daran fest, die Bürger zur Hygiene und reduzierten Kontakten anzuhalten. Das allgemeine Tragen eines Mundschutzes ist auch im November noch Pflicht, Schulen bleiben geschlossen. Dennoch nimmt das öffentliche Leben seit Oktober spürbar zu.
Die Entspannung wird dazu genutzt, Initiativen zur Stärkung des Gesundheitssystems in die Wege zu leiten und die internationale Kooperation im Bereich der Gesundheit auszubauen. Etwa mit Japan, Deutschland und Spanien wurden entsprechende Vereinbarungen getroffen. Eine schwere zweite Welle soll unbedingt vermieden und der zeitnahe Zugriff auf Impfstoffe gewährleistet werden. Präsident Arce nutzt Anfang Dezember die UNO-Generalversammlung, um Verhandlungen zur Versorgung mit Coronavirus-Impfstoffen zu führen. Dabei drückt er die Erwartung aus, dass bereit im ersten Quartal 2021 erste Chargen nach Bolivien geliefert werden könnten.

Besuch im Urwald Dorf Coroico

Infrastruktur_hospital
Die Street Doctors werden einmal im Jahr von der Caritas Coroico dazu eingeladen, das Dorf in der Nähe des Yungas-Urwalds zu besuchen und dort die Kinder zu behandeln. Das Dorf ist weitestgehend von jeglicher medizinischer Versorgung abgeschnitten. Von 12.-13. November machte sich das Team auf den Weg und fuhr die 103 km durch bergiges Gelände in den Urwald. Mehrere Hundert Kinder konnten in den zwei Tagen behandelt werden, die Dorfbewohner waren sehr dankbar für den Besuch.

Reporting

Projektbericht

Auch im November konnten die Street Doctors nach mehreren Monaten des Corona bedingten eingeschränkten Betriebs wieder deutlich mehr Patienten behandeln. Insgesamt konnten im November 1155 Patienten in unseren Ambulanzen behandelt werden, darunter 122 Kinder unter fünf Jahren.
Die Gesamtkosten für die medizinische Versorgung sowie für den Kauf von weiteren Schutzmaterialien lagen bei BOB 80.049,80 (€ 9.263,10). Die häufigsten Erkrankungen waren:

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