24. Februar 2026

Dr. Silke Rausch berichtet aus Anästhesie/Intensiv in Nyangao

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Dr. Silke Rausch (Anästhesistin), die seit vielen Jahren das St. Walburg’s Hospital in Nyangao, Tansania mit Ihrer Expertise unterstützt und einen intensiven Wissensaustausch mit dem Team vor Ort pflegt, berichtete nach ihrem Besuch im Januar von der positiven Entwicklung der medizinischen Qualität: In vielen Kernbereichen wie der Anästhesie und der Intensivstation tragen die jahrelange Unterstützung und gemeinsame Trainings sowie die Verbesserung der Hygiene und diverser Prozesse deutlich Früchte.

Das Anästhesie-Team leistet hervorragende Arbeit, und ein absoluter Meilenstein steht im kommenden September bevor: Mit der Rückkehr von Dr. Robert, der derzeit seine Spezialisierung abschließt, wird Nyangao zum ersten Mal einen eigenen Facharzt für Anästhesie in seinen Reihen haben. Eine Besonderheit, denn in vielen Krankenhäusern Tansanias ist dies bisher nicht der Fall. Während Ihres Tansania Aufenthaltes hat Silke Rausch unseren Stipendiaten Dr. Robert am KCMC Krankenhaus der Moshi Universität besucht. (wir berichteten) 

Auch die Intensivstation in Nyangao hat unter der engagierten Leitung von Dr. Majaliwa einen großen Sprung nach vorne gemacht. Seine ständige Präsenz vor Ort hat die Behandlungsqualität messbar gesteigert. Technisch ist die Station gut gerüstet; die meisten Beatmungsgeräte und Monitore sind voll funktionsfähig. Wo es klemmt, wie bei einem defekten Defibrillator, wird pragmatisch nachgesteuert: Geplant ist die Anschaffung eines modernen, automatisierten Geräts (AED), das im Notfall einfacher zu bedienen ist.

Ein zentrales Thema bleibt die sichere Versorgung mit Sauerstoff. Während die Sauerstoff-Konzentratoren – kleine Geräte, die Sauerstoff direkt aus der Raumluft filtern – auf fast allen Stationen zuverlässig ihren Dienst tun, bleibt die Logistik der schweren Sauerstoffflaschen eine Herausforderung. Da lokale Abfüllstationen oft ausfallen, müssen für Nachschub teils Strecken von 400 Kilometern bewältigt werden. Um hier noch unabhängiger zu werden, wird langfristig über ein eigenes Reservoir-System oder eine kleine Abfüllanlage vor Ort nachgedacht.

Hinter den Kulissen sorgt das Medizintechnik-Duo Mr. Amani und Cleopatra dafür, dass der Klinikbetrieb nicht ins Stocken gerät. Zum ersten Mal wurde eine lückenlose digitale Inventarliste erstellt, die genau dokumentiert, wann welches Gerät gewartet werden muss. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die teils empfindliche Technik – von den Ultraschallgeräten bis hin zum Röntgensensor – dauerhaft einsatzbereit zu halten.

In der Hygieneabteilung setzt das Team neue Impulse. Ein wichtiges Projekt für die nahe Zukunft ist die Einführung einheitlicher Patientenkleidung. Da mitgebrachte Privatwäsche oft eine Quelle für Keime sein kann, soll die Umstellung auf krankenhauseigene, regelmäßig gewaschene Kleidung das Infektionsrisiko weiter senken. Auch in der Sterilisation wird an Verbesserungen gefeilt, insbesondere bei der Wasserqualität, um die chirurgischen Instrumente vor Rost und Ablagerungen zu schützen.

Insgesamt zeigt der Bericht, dass in Nyangao nicht nur in Technik investiert wird, sondern vor allem in die Menschen, die dort täglich Leben retten. Die Kombination aus modernem Equipment, strukturierter Wartung und kontinuierlicher Fortbildung bildet das stabile Fundament für die Zukunft des St. Walburg´s Hospitals.

Ein Besuch in der Krankenhausküche durfte natürlich auch nicht fehlen:

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