22. Januar 2023

Einsatz auf Augenhöhe

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Frau Katharina von Pelden war als Chirurgin im Herbst 2022 für die Artemed Stiftung in St. Walburg’s Hospital im Einsatz.

Bereits der Entschluss Medizin zu studieren, war für sie mit dem Wunsch verbunden das dadurch erworbene Wissen im Rahmen von humanitären Einsätzen anzuwenden. Ihre Bewerbung an der Artemed Klinik in Freiburg war daher eine bewusste Entscheidung: bereits zu dem Zeitpunkt hatte sie das Ziel für ein Projekt der Artemed Stiftung zu arbeiten. Nach nur einem Jahr Anstellung an dem Krankenhaus, konnte sie dieses Ziel bereits umsetzen.Für die Ärztin war das aber nur der Anfang einer längeren ‚Reise‘. Im Interview erzählt sie uns von ihrer Intension und dem Vorteil bereits als junge, angehende Ärztin Teil des M. A. T. E. Teams zu sein:

Artemed Stiftung (AS): Frau von Pelden, Sie hatten ja bereits in ihrem Studium den Wunsch ehrenamtlich im Ausland ihr medizinisches Wissen einzusetzen. Hätten Sie gedacht, dass dieser Wunsch so schnell wahr wird, und was hatten sie eventuell für Bedenken?

Frau von Pelden (VP): Tatsächlich hatte ich mit meiner Bewerbung bei der Artemed Klinik gehofft, dass ein Einsatz schnell und relativ unproblematisch möglich sein wird. Dennoch war ich natürlich etwas unsicher, ob ich mit meiner Expertise dort überhaupt helfen könnte. In meinem Berufsalltag hier bin ich ja noch am Anfang meiner ärztlichen Ausbildung. Neben der Stationsarbeit bin ich in erster Linie für simple Operationen oder dem Assistieren bei größeren chirurgischen Eingriffen zuständig.

AS: Sie hatten also Bedenken, dass sie im Krankenhaus in Tansania nicht wirklich aktiv helfen könnten?

VP: Ja, letztlich war es auch so, dass ich im OP keine großen Tipps geben oder Schulungen für die Ärzte anbieten konnte. Die Chirurgen vor Ort waren ja schon weiter und erfahrener als ich. Dennoch denke ich, dass mein Einsatz auf anderer Ebene einen Impact hatte: Für das Personal vor Ort war ich eine Person, mit der sie auf Augenhöhe kommunizieren konnten. Im Vergleich zu Fach- oder Oberärzten aus Deutschland, denen das Personal aus Tansania natürlich anders begegnet. Ich konnte hier somit ein sehr lockeres Verhältnis aufbauen. So habe ich vielleicht auch die eine oder andere Sache mitbekommen, die anderen vielleicht verborgen geblieben werde.

AS: Was waren denn dann ihre täglichen Aufgaben?

VP: Ich habe vor allen Dingen im OP geholfen, war bei der morgendlichen Visite dabei und zur Stelle, wenn sonst irgendwo eine Hand gefehlt hat. Dadurch habe ich selber natürlich auch viel Neues gelernt und Dinge gesehen, die ich noch nicht kannte.

AS: Was nehmen Sie sonst noch von dem Aufenthalt nach Deutschland mit?

VP: Dass einiges auch mit mehr Ruhe und Improvisation möglich ist, als wir es von zuhause kennen. Wo bei uns häufig Hektik herrscht, habe ich im Krankenhaus in Nyangao nie auch nur jemanden schnellen Schrittes gehen sehen. Ein gesundes Mittel zwischen den beiden Extremen wäre bestimmt gut. Natürlich spielt auch die ‚Penibilität‘, die man aus deutschen Krankenhäusern kennt, hier bei Weitem keine so große Rolle. In manchen Fällen ist das vielleicht auch vertretbar, dennoch denke ich, dass es sinnvoll ist dem Personal hygienische Standards näher zu bringen, welche sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Beim nächsten Mal möchte ich mir im Vorfeld Schulungen und Präsentationen im Bereich Hygiene für Pflegepersonal anschauen, sodass ich dann vor Ort die Mitarbeiter fortbilden könnte.

AS: Das heißt Sie planen einen weiteren Aufenthalt?

VP: Ja klar, für mich war das nur der Anfang einer langen ‚Reise‘, bei der ich selber an und mit dem Team in Tansania wachsen möchte.

AS: Liebe Frau von Pelden, wir daken Ihnen für die Zeit und die tollen Eindrücke und hoffe sehr, dass es bald mit weiteren  Einsatz für Sie klappt.

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