27. Oktober 2022

Großes Glück für Joan

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Dr. Samantha kann es selber fast nicht glauben: Der kleine Joan aus La Paz, Bolivien beißt mit voller Kraft in einen saftigen roten Apfel, den ihm die Zahnärztin gerade gereicht hat. Seine braunen Augen strahlen und mit vollen Backen lacht er sie an.

Dass es zu dieser Situation kam, ist alleine der Ärztin und ihrem Einsatz zu verdanken. Denn vor einem Jahr konnte der Junge weder in einen Apfel beißen noch mit vollen Backen lachen. Jeder Biss war für ihn mit unendlichen Schmerzen verbunden. Sein ganzes Gebiss war voller Karies und verfault. Doch wie für so viele Kinder in La Paz war er in einer Situation, die eine Besserung quasi unmöglich erscheinen ließ: Seine Mutter eine junge, mittellose Teenagerin, die auf der Straße lebt, und die der Vierjährige nur sehr selten zu sehen bekommt. Die meiste Zeit ist er daher bei seiner Oma, wo er sich mit seinen Geschwistern und Neffen eine einfache Unterkunft teilt. Die Großmutter ist mit der Verpflegung der Kinderschar stark beschäftigt und alles Ersparte geht für Essen und die nötigste Kleidung drauf. Es sind keinerlei Mittel für medizinische Versorgungen, geschweige denn einer Versicherung übrig. Und so gab es auch für Joan keine Möglichkeit die kleinen kranken Zähnchen zu behandeln; mit jedem Montag wurden die Schmerzen schlimmer. Letzten Endes führte dieses Leiden dazu, dass der Bub kaum noch Nahrung zu sich nehmen konnte – zu den Zahnschmerzen kamen Untergewicht und eine komplette Schwächung des kleinen Körpers.

Durch einen glücklichen Zufall hörte Dr. Samantha der Street Doctors von dem Schicksal des kleinen Jungen. Sie besuchte ihn in seiner einfachen Unterkunft und sah sich seine Zähne an. Sofort war klar, dass hier eine einfache Behandlung keine Hilfe mehr bringt, und dass neben Wurzelbehandlungen auch teilweise ein Zahnersatz nötig war. Diese Eingriffe sind jedoch mit extrem hohen Kosten verbunden – viel zu viel für die Familie von Joan. Für Dr. Samantha war jedoch klar, dass sie den Jungen nicht im Stich lassen wird.

Sie setzte alle Hebel in Bewegung um ausreichend Geld zusammen zu bekommen und dem Jungen zu helfen. Ihr Einsatz hat sich rentiert: Nach nur wenigen Wochen hatte sie genügend Unterstützung gefunden, um die Behandlung zu beginnen. Mehrere Male musste Joan zu ihr kommen, um seine Zähnchen reparieren zu lassen – oftmals auch verbunden mit Schmerzen und Tränen. Auch für Dr. Samantha waren es schwierige und schweißtreibende Stunden.

Doch jede Träne und jeder Tropfen Schweiß hat sich rentiert, wenn Dr. Samantha nun die strahlenden Augen des kleinen Joan sieht – den Mund voller Apfel.

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