30. Oktober 2022

Planetary Health – Infektionskrankheiten

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Sicherlich kennen Sie das auch: Bevor man in ein Land in den Tropen reist, sind vorbeugende Maßnahmen nötig. Dazu zählt zum Beispiel der Besuch beim Tropenarzt zur Aufklärung über das Risiko von Malaria, Dengue Fieber und weiteren tropische Krankheiten. Oft werden Impfung empfohlen oder sind sogar vorgeschrieben. Einige Medikamente, die man hierzulande nicht benötigt, gehören unbedingt ins Reisegepäck. Weitere Vorsichtsmaßnahmen sind den Aufenthalt im Freien bei Dämmerung zu vermeiden, da die übertragenden Insekten besonders zu dieser Zeit aktiv sind, oder langärmlige Oberteile zu tragen.Auch bei den Einsätzen in unsere Projektländer Bolivien, Myanmar und Tansania sind diese vorbeugenden Maßnahmen erforderlich.

Und nun Stellen Sie sich vor, dass wäre alles nicht mehr notwendig! Warum? Weil es bei uns die gleichen Krankheiten und Probleme gibt!

Unmöglich? Leider nein! Denn durch den Klimawandel verbreiten sich die heutigen ‚tropischen‘ Krankheiten auch in unsere Gebiete. Die Malaria übertragende Anopheles-Mücke gibt es bereits in Deutschland. Viele weitere Infektionskrankheiten haben in den letzten Jahren zugenommen. So wird zum Beispiel die von der Zecke übertragende FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitit) häufiger diagnostiziert als noch in der Vergangenheit.

Das Problem dabei ist, dass sich die Überträger der Erreger – die sogenannten Vektoren – in der Zukunft bei uns aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen wohler fühlen und sich besser fortpflanzen können. Mildere und kürzere Winter verlängern ihre Lebensdauer. Es ist zu hoffen, dass durch unser gutes Gesundheitssystem, verfügbare Impfstoffe und Medikamente, diese Krankheiten bei uns nicht die gleichen Folgen wie in den Entwicklungsländern haben. In Tansania zum Beispiel, das weltweit die viertmeisten Fälle von Malaria zählt, sterben jährlich 30 000 Menschen. 80 Prozent davon sind Kleinkinder.

Viele nationale und internationale Anstrengungen haben schon den Infektionskrankheiten den Kampf angesagt. Doch leider muss man davon ausgehen, dass dieser Kampf noch lange nicht gewonnen ist; denn der Klimawandel lässt auch hier die Infektionszahlen wieder steigen. Der Grund ist hier ein anderer: Es ist das Immunsystem: Viele der Regionen sind von zunehmenden Dürren und Überschwemmungen bedroht, was wiederum zu Ernteausfällen führt. Ausbleibende Ernten führen zwangsläufig zu Hungersnöten. Und hungernde Körper haben ein stark geschwächtes Immunsystem und sind daher anfälliger für Infektionskrankheiten. Diese breiten sich dann nicht nur stärker aus, sondern haben auch einen weitaus schlimmeren Verlauf.

Es müssen also verschiedene Maßnahmen akut ergriffen werden, um die Ausbreitung der Erreger zum einen bei uns zu verhindern und zum anderen die Situation in den Entwicklungsländern zu verbessern. Dazu zählen die genaue Überwachung der Ausbreitung von Erregern und die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente. Ein wichtiger Baustein ist dabei auch die Bekämpfung der Unterernährung, weshalb wir besonders in diesem Bereich tätig sind. Und jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen, in dem er seinen Alltag klimabewusst gestaltet.

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