10. August 2022

Community Healthcare Project, Tansania

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Gespannt sitzt eine Gruppe von ca. 20 Frauen um Geni Mabelya. Sie erklärt anschaulich anhand von Bildern und verschiedenen Utensilien aus was sich eine ausgewogene Ernährung zusammensetzt. Anschließend zeigt sie ihren Zuhörern in einem kleinen Garten wie man gewisse Obst- und Gemüsesorten anbaut, pflegt und erntet und wie man die Produkte zu unterschiedlichen Mahlzeiten zubereiten kann. Man merkt, dass Geni sich auskennt und Routine hat. Das ist auch kein Wunder: denn seit Januar 2021 leitet sie das ‚community healthcare project‘ in der Region Lindi (Tansania), dessen Ziel es ist die Mangelernährung dort zu senken. Seither reist sie in der Region umher und hat bereits fast 1000 Frauen unterrichtet.

Tansania weist nach wie vor eine hohe Anzahl an Unter- und Mangelernährten in der Bevölkerung auf. Insbesondere Kleinkinder, aber auch Jugendliche und Frauen sind davon betroffen. Mit einer Rate von über 30 % Untergewichtigen Personen werden 15 von 26 Regionen des Landes von der UNICEF-WHO mit ‚very high‘ klassifiziert; darunter auch die Region Lindi.

Unterernährung gilt als eine der Hauptursachen für viele weitere gesundheitliche Komplikationen. Oftmals wird dadurch außerdem das Krankheitsbild anderer Infektionen verstärkt, da die betroffenen Personen keine oder kaum körperliche Ressourcen besitzen, um gegen zum Beispiel Virusinfektionen anzukämpfen.

Diese Situation war Grund genug das von Geni vorgeschlagene ‚community healthcare project‘ durch die Artemed Stiftung zu unterstützen. Es basiert auf den zwei Säulen der akuten klinischen Behandlung von schweren Fällen, sowie der präventiven Hilfe durch Aufklärung und Schulungen über gesunde Nahrung in der Bevölkerung. Weitere wichtige Lerninhalte sind Hinweise zum richtigen Stillverhalten, sowie das Einhalten von richtiger Hygiene. Ziel des Projektes ist es zunächst die Prozente der unterernährten Kinder (< 5 Jahre) von 25 % auf 10 % zu senken, sowie die Anzahl der stark untergewichtigen Kinder von 5 % auf 0 % zu reduzieren.

Bereits im ersten Projektjahr (2021) konnten wichtige Ziele erreicht werden. Über 1000 Kinder unter fünf Jahren wurden untersucht, um Mangelernährung und Fehlentwicklungen festzustellen. Bei 271 wurde Untergewicht attestiert, bei 54 starkes Untergewicht. Mit Hilfe des Ernährungsprogrammes konnten alle 271 Kinder wieder ein normales Gewicht erreichen. Die 54 extremen Fälle wurden ins Krankenhaus gebracht und dort behandelt; 51 von ihnen erfolgreich.

Um für diese Kindern aber auch nachhaltig eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu garantieren und vorzusorgen, dass es keine weiteren Fälle gibt, wurde das Aufklärungsprogramm stark forciert. Allein im Juni 2022 besuchten fast 70 Personen die Workshops.

Seit Beginn des Projektes wurden in über sieben Dörfern über 800 Mütter und Erziehungsberechtigte von Geni in Sachen Nahrung und Nahrungszubereitung geschult. Dieses soll in der Zukunft noch stärker ausgeweitet werden. Zum einen sollen weitere Dörfer mit in das Programm mitaufgenommen werden, zum anderen soll ein weiterer Schwerpunkt auf dem eigenen Obst- und Gemüseanbau von sinnvollen Produkten gelegt werden: Wenn die Familien in der Lage sind Großteile ihrer Nahrung selber zu produzieren, entfallen kostenintensive Fahrten auf Märkte sowie natürlich auf die Kosten für die Produkte selber, was wiederum die finanzielle Situation der Familien bessert.

In den kommenden Monaten soll außerdem mehr Wert darauf gelegt werden, auch junge Frauen an den Workshops teilhaben zu lassen; Durch das erlernte Wissen wird so nicht nur direkt das Problem der Unterernährung bekämpft, sondern auch die Rolle der Frau in der Familie und Gesellschaft gestärkt.

Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere Bilder, die Geni umringt von interessierten Zuschauern zeigt.

 

 

 

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