27. Mai 2022

Wer managt eigentlich die Street Doctors?

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Tausende Kinder kämpfen auf den Straßen von Boliviens Hauptstadt La Paz täglich ums Überleben. Hunger und Missbrauch sind sie oft schutzlos ausgeliefert – wenn Krankheiten dazukommen, haben sie ohne Bezugsperson und ärztliche Versorgung keine Chance. Um hier zu helfen betreibt die Artemed Stiftung drei fahrenden Praxen, die sich  kostenlos um das physische und psychische Wohl der hilflosen Kinder und Obdachlosen kümmert. Wer aber managed das Projekt vor Ort, sorgt für einen reibungslosen Ablauf und berichtet über Probleme und Erfolge an uns in Deutschland? Adriana Rivas-Volgger ist die Geschäftsführerin der bolivianischen Zweigstelle der Artemed Stiftung in La Paz und betreut das Projekt der Street Doctors vor Ort.

So schildert sie ihre Sicht auf ihr Land und ihre Arbeit: La Paz ist eine einzigartige Stadt. Sie liegt in den Anden auf 3600 Metern Höhe und ist voller Kontraste: Innerhalb weniger Stunden kommt man durch kalte, trocken und feuchte Gegenden; man begegnet Reichtum und Armut.Adriana selber hat das große Glück ein privilegiertes Leben in Bolivien zu führen, das durchaus nicht der Realität in Bolivien entspricht. Sie hat eine sehr gute Ausbildung genossen, war zu für ihn Studium in Deutschland und lebt nun in einem ‚reichen‘ Stadtteil von La Paz. Vielleicht ist es genau dieses Glück, das sie auch dazu veranlasst, sich für die Bedürftigen und Armen ihrer Heimat einzusetzen. Selber sagt sie dazu: „Meine Privilegien sehe ich auch als Verantwortung zu helfen […]. Ich bin sehr froh, für die Artemed Stiftung arbeiten zu können. Denn es ist nicht einfach einen Job zu finden, in dem man wirklich einen Unterschied für die Menschen machen kann.“Dabei geht es ihr vor allen Dingen um die Obdachlosen und die Straßenkinder.

Diesen fehlt es nicht nur an den finanziellen Mitteln sich eine medizinische Versorgung zu leisten, sondern sie werden zudem auch von der Gesellschaft ausgeschlossen und verpönt. Die Hilfe, die sie gemeinsam mit den Ärzten und Ärztinnen der Street Doctors leisten kann, sieht Adriana daher nicht als eine rein gesundheitliche Versorgung. „Es geht um viel mehr als die Behandlung von körperlichen Leiden: Die Patienten haben mit den Street Doctors nicht nur eine Pause vom täglichen Leben und Stress, sondern auch eine Entlastung und eine sichere Umgebung, wo sie über ihre Sorgen sprechen und Rat finden können,“ so Adriana. Insbesondere die Tatsache, wie viel Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft sie bei ihrer Arbeit erfährt, und die Möglichkeit Kindern die Chance zu geben, sich aufgenommen und verstanden zu fühlen, erfüllt sie mit großer Freude.

Besonders gerührt hat sie die Geschichte einer elfköpfigen Kinderschar – alles Geschwister: Das Team der Street Doctors kannte jedes Kind mit Namen und wusste das Alter. Jedes Kind war gleich wichtig und wurde individuell angesprochen und anerkannt: die Sorgen vom ältesten Bruder, der die Verantwortung trug, waren genauso willkommen und wurden mit derselben Geduld angehört, wie die der 8-Jährigen Schwester. Es tat den Kindern unglaublich gut, gesehen zu werden und Zuwendung zu bekommen.

Täglich berichtet uns Adriana von den Einsätzen in La Paz und schickt uns beeindruckende Bilder, die uns teilweise schockieren, meisten aber berühren und auch ein wenig mit Stolz versehen. Im vergangenen Jahr (2021) konnten über 14 000 Patienten durch die Street Doctors behandelt werden. Eine Leistung, für die wir uns bei Adriana und ihr Team ganz aufrichtig bedanken wollen.

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