19. April 2022

Wiedersehen mit burmesischen Kollegen

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Über zwei Jahre lang erschwert uns die Corona-Pandemie die Projektarbeit in Myanmar. Vor über einem Jahr hat der Militärputsch in Myanmar das Land dann komplett isoliert. Unsere Hilfe konnte nur noch auf digitalem Wege stattfinden. Nun endlich gab es ein Wiedersehen in Bangkok, Thailand, zwischen Dr. Veronika Hofmann und Michael Kneis und den burmesischen Projektleitern Thang Min Len und Su Myat OO.

Die deutsche Gynäkologin Dr. Beate Vollmer war die letzte, die im März 2020 einen Einsatz bei den Irrawaddy River Doctors leisten konnte. Sie musste diesen allerdings aufgrund der sich rasch ausbreitenden Corona-Pandemie unfreiwillig abbrechen. Wir hatten die Hoffnung, dass nach einem Eindämmen der Pandemie schnell wieder Einsätze möglich sein werden und so wurden die Planungen für das Jahr 2021 voller Zuversicht gestartet.

Doch am 1. Februar 2022 putschten sich die Generäle in Myanmar an die Macht. Seitdem ist das Land im Chaos versunken – über 1500 Menschen wurden getötet und die UN schätzt, dass über 9000 Menschen weiterhin in Gewahrsam sind. Auch heute, über ein Jahr nach dem Putsch, hat sich die Lage kaum entspannt: Weiterhin gilt der Ausnahmezustand und das Volk wird durch die Machthaber – die Junta – unterdrückt. Proteste werden gewaltsam niedergeschlagen und gegen die entmachtete Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wurde im Januar eine weitere Haftstrafe verhängt. Zu der politisch extrem angespannten Situation kamen weitere Corona-Ausbrüche, und die Einreise war für Ausländer lange unmöglich.

Weiterhin gelten für das Land Reisewarnungen und Einreisen für Ausländer sind derzeit nur in Ausnahmefällen nach Einzelfallentscheidung durch die burmesischen Behörden möglich. Einreisevisa werden bis auf weiteres nur in dringenden Ausnahmefällen erteilt. Zudem muss jeder Reisende eine fünftägige Quarantäne in einem staatlich dafür vorgesehenen Hotel absolvieren.

Nach langen Überlegungen wurde daher ein Treffen in Bangkok im benachbarten Thailand geplant, um insbesondere ein Ultraschallgerät für das neu eröffnete Mutter-Kind-Zentrum in Bogale sowie weitere Materialien, die in Myanmar nicht erhältlich sind, zu übergeben.  Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten riesengroß und auch wenn der Kontakt auf digitalem Weg nie abgerissen ist, so kann doch nichts ein persönliches Gespräch ersetzen. Gestärkt, mit neuen Plänen und mit viel neuer Energie sind die Parteien wieder zurück in ihre Länder gereist – zuversichtlich, dass ein baldiges Wiedersehen auch in Myanmar möglich sein wird.

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