31. Januar 2022

Projektgeschichten: Abenteuer Technik in Tansania

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Die großen Glastüren öffnen sich automatisch beim Betreten der Klinik. Der helle klimatisierte Eingangsbereich ist sauber und  es riecht nach Desinfektionsmittel. Schilder zeigen den Weg zu verschiedenen medizinischen Abteilungen. Gleich rechts gibt es zwei Fahrstühle, links mehrere Automaten zum Aufladen von Chipkarten die eine Internetbenutzung in der Klinik ermöglichen. Daneben befindet sich die Patientenaufnahme. Drei freundliche Damen hinter Scheiben fragen nach den Beschwerden, nehmen Versichertenkarten entgegen und lesen diese ein. Die Daten werden verarbeitet, und Zettel mit genauen Angaben, wohin sich die Patienten mit ihren Beschwerden wenden sollen, werden gedruckt und ausgehändigt.

Jeder von uns kennt das. Es scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein; Notleuchten am Boden, Steckdosenanschlüsse im Warteraum und steril verkleidete Mülleimer nehmen wir gar nicht mehr wahr. Doch es ist keine Selbstverständlichkeit. Deutschland liegt im europaweiten Ranking auf Platz 12 bezüglich seines Gesundheitssystems (2019). In über 85 % der Länder ist der Klinikstandard weit unter dem, den wir gewohnt sind.

Eine digitale Erfassung der Patienten und sämtlicher dazugehöriger Daten gibt es nicht. Auch automatische Türen und klimatisierte Wartebereiche sind Fehlanzeige. Ganz zu schweigen von Internet für alle. Auch der Müll versteckt sich nicht ‚ordentlich‘ in einem dafür vorgesehenem Abfalltrennungssystem.

Im Eingangsbereich des St. Walburg‘s Hospital in unserer Projektregion Nyangao, Tansania sitzen die Wartenden auf kleinen Holzbänkchen – teilweise sogar im Freien auf dem staubigen Boden. Von den Wänden blättert der Putz ab. Gleich ist das freundliche Personal.

Dieser erste offensichtliche Unterschied findet sich natürlich auch in weiteren Bereichen des Krankenhauses wieder:  In einem durchschnittlichen deutschen OP-Bereich befinden sich bis zu 10 hochmoderne Bildschirme; 30 – 40 Steckdosen in einem Kreißsaal. Eine derartige Ausstattung sucht man hier vergeblich. Der Energieverbrauch pro Krankenhausbett in Deutschland liegt bei 6.000 kWh Strom und 29.000 kWh Wärme pro Jahr – höher als der eines Einfamilienhauses (klinergie, 2020). Unvorstellbare Zahlen für unsere Kollegen in Tansania. Hier ist man froh, wenn es nicht zu längeren Stromausfällen kommt. Eine einwandfrei funktionierende Energieversorgung kann jedoch entscheidend für Erfolg oder Misserfolg einer Operation sein, und im Ernstfall sogar über Leben und Tod entscheiden.

Ein Zustand den wir natürlich unbedingt verbessern wollten. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren mit vielen kompetenten Partnern daran gearbeitet, die Technik im St. Walburg’s Hospital zu verbessern und letzten Endes konnten nach langen Vorbereitungen im Herbst 2021 damit vor Ort starten. In den kommenden Wochen werden wir erzählen, was wir dabei alles erlebt haben.

 

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